Tweek

Ich fürchte, ich habe mir den Tweek eingefangen.

Drum lasst mich euch erzählen, von den Risiken und Nebenwirkungen, die Twitter haben kann, zu denen jedoch weder Arzt noch Apotheker Rat weiß.

Wie steckt man sich mit dem Tweek an? Eine besondere Risikogruppe stellt der gemeine Digital Native dar. Wer viel im Netz unterwegs ist, der wird es nicht vermeiden können, immer wieder auf Twitter aufmerksam zu werden und/oder mit bereits infizierten Tweople in Kontakt zu kommen. Der Tweek kann also als eine gemeine Tröpfcheninfektion bezeichnet werden.

Inkubationszeit des Tweek: Nachdem der Infizierte sich, zunächst skeptisch, einen Account angelegt hat, kann es zwischen einigen Tagen und vielen Monaten dauern, bis der Tweek ausbricht. Während dieser Inkubationszeit steigt die Begeisterung des infizierten Tweople von Tag zu Tag. Er wird beginnen, diverse Apps und Clients zu nutzen, um möglichst permanent mit der Timeline verbunden zu sein. Die Timeline wird in Fachkreisen daher auch gerne als Twitter-Plazenta bezeichnet, der Brutherd des Tweeks.

Symptome des Tweek: Im Laufe der Inkubationszeit hat sich der Tweek im Innenohr des Tweople eingenistet und beginnt fortan, dessen Biochemie des Gehirns zu manipulieren. In einem schleichenden Prozess wird der Betroffene immer mehr in der Lage sein, größere Mengen an Informationen aufzunehmen, jedoch immer weniger, diese Informationen auch zu speichern. 80 Prozent der infizierten Probanden zeigten zudem erhebliche Probleme beim bewältigen längerer Texte über 140 Zeichen hinaus. Als gravierendste Beeinträchtigung der Sinnesleistungen ist allerdings das rasant zunehmende Unvermögen festzustellen, eine Überlegung über längere Zeit hinaus zu durchdenken. Diese Symptome haben auch sozialwissenschaftliche Einflüsse auf den Infizierten. Mit den krampfartigen Bemühungen um Kreativität und der exorbitanter Zunahme des individuellen Humors, steigt auch das Unverständnis des sozialen Umfeldes der infizierten Person bis hin zur sozialen Isolation.

Entwicklung einer Therapiemaßnahme für Blogger: In Pilotstudien wurden positive Therapieerfolge bei Löschung des Twitter-Accounts festgestellt. Insbesondere der Proband TWioE erzielte dadurch besondere Erfolge in der kreativen Weiterführung seines Blogs, was spontane Begeisterung bei seinen Lesern auslöste. Als sanfte Entwöhnung und zur Vermeidung eines septischen Schocks ist allerdings empfehlenswert, zunächst zu versuchen, sich wieder mit seinem Feed-Reader vertraut zu machen, um das Nervensystem so an längere Textpassagen heranzuführen und dem Gehirn eine Auseinandersetzung mit eben solchen längeren Inhalten zu ermöglichen. Im zweiten Schritt sollte sich der Infizierte wieder mit der Kommentarfunktion in Blogs und aber auch des eigenen Blogs vertraut machen. Sobald er wieder in der Lage sein wird, sinnvolle Kommentar auszuformulieren, kann der dritte Schritt eingeleitet werden. Hier sollte der Patient versuchen, seine eigenen Gedankengänge zu sammeln, zu sortieren und schubweise als Post konstruiert zu bloggen. Langfristig können so Biochemie und komplexe Hirnaktivitäten des Patienten wieder in Einklang gebracht werden, was ein partnerschaftliches Zusammenspiel zwischen Blog und Twitter ermöglichen sollte. Eine besonders bösartige Form des Tweeks wurde allerdings bei AllesRoger festgestellt, dieser Proband musste leider aufgegeben werden.

Sie interessieren sich für weitere Details zum Thema Tweek, sind vielleicht selber infiziert und/oder möchten mit unseren Tweek-Wissenschaftlern in Kontakt treten? Hierfür stehen wir Ihnen gerne mittels u.a. Kommentarfunktion zur Verfügung.

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